Interview mit Thorsten Steiert (TSV Lesum-Burgdamm) - floorball niedersachsen

Floorball wird in Lesum seit 2007 gespielt. Bereits einige Monate nach Gründung der Sparte stieß auch Thorsten Steiert dazu. Mittlerweile ist er Spielertrainer des Groß- und Kleinfeldteams und hat auch Aufgaben im Gesamtvorstand übernommen.

In unserem Gespräch blickt er auf die erste Großfeldsaison und die Entwicklung seiner Abteilung zurück.

Thorsten Steiert erlebte seine erste Saison auf dem Großfeld | Foto: Dennis LakomczykThorsten Steiert erlebte seine erste Saison auf dem Großfeld | Foto: Dennis LakomczykHallo Thorsten,


Ihr habt eure erste Saison auf dem Großfeld auf dem vorletzten Platz beendet. Wie fällt dein Fazit zu eurer Premierensaison aus?

Wir haben in unserer ersten Saison feststellen müssen, dass sich Groß- und Kleinfeld doch sehr voneinander unterscheiden. Am Anfang sind wir davon ausgegangen, dass wir die Umstellung einfacher hinbekommen und mussten dann feststellen, dass es uns an vielen „einfachen“ Dingen mangelte und die taktische Einstellung zum Großfeld um einiges schwieriger ist. So dauerte es einige Spiele, bis wir die passenden Positionen für die einzelnen Spieler gefunden haben und die Blöcke somit passend zusammensetzen konnten. So bleibt zu sagen, dass wir in der ersten Saison viel dazugelernt haben und uns für die nächste Saison ein paar mehr Punkte erhoffen.


Ein Highlight war sicher der Punktgewinn gegen den Meister aus Sedelsberg. Ihr seid damit das einzige Team, das den Sedelsbergern einen Punkt abtrotzen konnte. Was war euer Geheimnis?


Für dieses Spiel hatten wir uns vorher keine Hoffnungen auf einen Punktgewinn gemacht und wollten die Niederlage nur so niedrig wie möglich halten, aber es lief von Anfang an gut und so steigerten wir uns im Laufe des Spiels immer mehr und mit unseren Fans im Rücken konnten wir immer wieder ausgleichen und uns so einen Punkt erkämpfen. An diesem Tage stand unsere Abwehr sehr gut und wir hatten vorne das nötige Schussglück um gegen diesen starken Gegner einen Punkt zu holen.


Wie sieht eure Zielsetzung für die kommende Saison aus?

Wir haben uns natürlich am Ende der Saison vorgenommen, dass wir auch mal auswärts gewinnen wollen, was uns dieses Jahr ja kein einziges Mal gelungen ist und dass wir keine hohen Niederlagen mehr kassieren und natürlich einige Punkte mehr sammeln wollen. Zudem steht die Integration neuer Spieler ins Team an, damit wir kein Spiel mehr mit 7 oder 8 Feldspielern bestreiten müssen, was leider einige Male vorgekommen ist.


Während der Saison schaffte eurer Spieler Ole Johannsen den Sprung in die 1. Bundesliga bei den Lilienthaler Wölfen. Wie kann man sich das vorstellen, ruft dann der Trainer der Wölfe dich an und fragt welche Spieler du ihm empfehlen kannst?

Nein, Ole hatte bei einem Freundschaftsspiel gegen Lilienthal den Kontakt geknüpft und sich dann entschieden das Abenteuer Bundesliga zu wagen. So kam es, dass er erst nur mal mit trainiert hatte und dann später auch die Chance bekam bei einem Ligaspiel dabei zu sein. Seit dem ist er regelmäßig mit im Kader der Mannschaft und wird auch in der nächsten Saison wieder dabei sein.


Wie sehr profitiert ihr als Mannschaft und auch als Verein von den Erfahrungen, die Ole aktuell sammelt?


Er hat ja während der laufenden Bundesligasaison kaum Zeit gehabt bei uns mit zu trainieren und zu spielen und hat erst am Ende zweimal wieder bei uns mitspielen können und daher fehlte ihm dann auch etwas die Abstimmung mit den Mitspielern. In Lilienthal spielt er auf einem ganz anderen Niveau und es ist schwierig diese gewonnene Erfahrung in der Regionalliga einzubringen, da die Unterschiede zu extrem sind. Es ist aber dennoch ein tolles Gefühl, dass Ole es aus Lesum in die Bundesliga geschafft hat und er gibt uns allein durch sein Mitwirken und seine Körpersprache ein größeres Selbstvertrauen


Im Sommer startet ihr zum ersten Mal mit dem Floorball Festival Bremen. Wie kam es dazu?


Dennis Lakomczyk hat solche Veranstaltungen damals schon häufiger in Berlin organisiert und somit bereits einige Erfahrung darin. Er hatte dann die Idee, dass man dies ja auch mal in Bremen durchführen könnte und so kam es, dass wir uns zusammen setzten und er uns sofort dafür begeistern konnte. Mittlerweile stecken wir mitten in den Vorbereitungen und sind alle schon sehr gespannt und voller Vorfreude darauf.


Wieso habt ihr euch für ein Kleinfeld- und nicht für ein Großfeldturnier entschieden?


Weil wir unbedingt ein internationales Turnier haben wollten und es deutlich schwieriger ist eine Großfeld- als eine Kleinfeldmannschaft zu stellen. Außerdem haben wir so den Platz von einem Drittel der Halle zur Verfügung für Stände, organisatorische Dinge und zum Aufwärmen der Teams, was bei einem Großfeldturnier nicht möglich wäre.


Wenn wir zum Schluss mal etwas in die Zukunft schauen.
Welche sportliche Schlagzeile würdest du in 3 Jahren am liebsten über die Floorballer des TSV Lesum-Burgdamms lesen?

Dies wäre schon toll: „Lesumer Floorballer schaffen den Sprung unter die besten Drei der Liga.“

...und welche würdest du gar nicht gerne lesen?

Dies wäre nicht schön: „Lesumer Floorballer verlieren nach katastrophaler Leistung und ohne große Gegenwehr mit einem hohen

zweistelligen Ergebnis.“


Thorsten, vielen Dank für das Interview!